Gewalt in der Gesellschaft – Fehlerhafte Politik und unschöne Ereignisse
Zur Einleitung – ich will nicht dass Bild eines bestimmten Schubladenopfers beschwören. Dass geht nicht, wir sind alle Opfer und Täter gleichermaßen. Vielleicht nicht weil der Einzelne etwas tut, sondern weil wir als Menschen oftmals in Gruppen – oder eben Schubladen – zu denken gewohnt sind. Nur damit keiner sich hier vor den Karren getreten fühlt…
Streit um Ministerposten, wer will mit wem und wie schaffen wir dass mit der Steuersenkung, obwohl doch einige Konzerne und Banken wieder einmal mehr Geld vom Steuerzahler, pardon, Staat brauchen. Ach, da ist ja noch der Gipfel in Torronto – der, wo all die hohen Tiere sich treffen, plaudern, wichtig tun und am Ende doch nichts leisten (wie all zu oft). Die Welt unserer Politiker – voller schwerer Fragen, wichtiger Entscheidungen und sonstiger Dinge, von denen dass allgemein eher dumme TV-Volk keine Ahnung hat…
Überhaupt! Ich liebe die Presse mit ihrer sauberen und unvoreingenommen Berichterstattung! Sie geht in der Regel nüchtern an die Dinge und führt die Artikel völlig frei von emotionalen Gesichtspunkten. Waren es zur Zeit immer böse Deutsche in Springerstiefeln die Straftaten begangen, so wird es heute mehr und mehr der böse nicht-integrierte Ausländer der zuschlägt und Sachen anzündet. Mainstream eben – man richtet sich nach dem was der von RTL „Dokumentationen“ geschwängerte Durchschnitt denken will…
Da wurden vor kurzem fünf Polizisten Krankenhausreif geprügelt. Von ausländischen Wiederholungstätern. Tunesier und so was. Ausländer – immer wieder nur Ärger mit denen. Dabei haben wir doch schon Integrationsprogramme, so dass auch keiner sagen kann die hätten keine Chance..
Da sind ein paar nette, gebildete Pädagogen mit Rentierpulli die linksgedrehten Joghurt mit Q10 und gewaltfrei geernteten Erdbeeren vertilgen, welche den Unintegrierten ein bisschen deutsche Sprache und Geschichte vermitteln – ach ja, und man kann auch ganz toll mit denen Diskutieren, wenn man denn sprachlich dazu in der Lage ist. Nach ein paar Stunden dieser Einführung in das deutsche Kültür werden unsere latent kriminellen Ausländer wieder in ihre Gettos geschickt, man hat ja schließlich aktiv etwas für die Integration getan.
Da sind sie dann wieder unter sich und erleben eine andere Form der kulturellen Alltagsrealität: Hartz IV und die damit verbundene Armut, Säufer, Assis, Hoffnungslosigkeit, Gewalt, Drogen, Diebstahl – kurz: Kriminalität und die Ursachen für Kriminalität in all ihren, wie eine Schmeißfliege schimmernde, Facetten…
Klar, viele werden da zu Gewalttätern, viele zu Wiederholungstätern und die Wenigsten werden eine Chance im Leben bekommen – trotz der tollen und teuren Integrationsprogramme!
Ein Mensch wird durch dass Umfeld geprägt, in welchem er aufwächst. Nicht der Migrationshintergrund ist dass Problem, sondern die Gettos!
Aber was machen? Die Gettos auflösen und ihre definitiv nicht integrierten Bewohner in „feine“ Gegenden packen?
Ich kann die Leute dort verstehen dass sie sich dagegen wehren. Ich wollte auch keine kriminellen Schläger in der Nachbarschaft, oder Leute die in meine Bude einbrechen, wenn sie was brauchen. Ich kann es verstehen, aber ich sehe auch dass es so wie es jetzt läuft, nicht gut gehen wird. So einfach und so katastrophal ist die Situation – was helfen könnte, wäre es den Leuten einen Sinn und eine Perspektive zu vermitteln, aber dass werden ein paar Pädagogen kaum schaffen. Da muss die Gesellschaft sich versuchen…
Zurück zu den Polizisten – es tut mir für diese aufrichtig Leid. Ich weiß wie es ist zusammengeschlagen zu werden. Nicht nur einmal, sondern mehrfach und über Jahre hinweg – auch von Ausländern, aber es waren Deutsche Lehrer die es erst ermöglichten! Da tut sich keiner was, einer führt aus, der andere instrumentalisiert. Wer welche Rolle spielt, ist eine Frage des jeweils geltenden „Stands“…
Es tut mir Leid für die Menschen die in der Uniform steckten, aber auf der anderen Seite erinnere ich mich gut daran dass es öfters auch Polizisten waren, welche mit Wasserwerfern und Tränengas gegen friedliche Demonstranten vorgegangen sind. Dass es Polizisten waren welche beim G8 Gipfel hier in Deutschland Demonstranten und Journalisten in kleine Käfige gesperrt hatten. Ich weiß auch dass es in einigen Wachen häufiger mal zu „Unfällen“ an Treppen und Türen kommt, wenn einer nicht so pariert wie die Polizei es will und verdammt noch mal – die, welche diese „Unfälle“ erleiden mussten, die erinnern sich daran und verbinden Polizeiuniformen damit!
Es tut mir Leid für die betroffenen Menschen die in der Uniform gesteckt haben, aber in letzter Zeit hat unsere Polizei leider auch nicht alleine durch Freundlichkeit geglänzt – ich weiß, in jeder Uniform steckt ein Mensch mit all seinen guten und schlechten Eigenschaften, aber in einer Uniform wird man leider nicht immer als Mensch betrachtet, sondern als Teil einer großen Einheit, und diese Einheit macht mitunter Angst. Und Angst, die führt zu Gewalt, was wiederum Gegengewalt … ach, die Litanei ist altbekannt.
Ich bin durchaus der Meinung dass man die Täter bestrafen sollte, sogar mit der ganzen Härte des Gesetzes. Aber mich nervt dieses ewige auf Ausländern herumgehacke, ebenso wie mich zur Zeit dass ewige geplärr der Presse genevert hatte, dass fast alle kriminellen Deutschen irgendwas mit Nazis zu tun hätten…
Verdammt, jetzt habe ich so viel geschrieben, dabei ist dass was ich sagen möchte, eigentlich kurz zusammen zufassen. Wir, dass heißt jeder von Uns – ob in Uniform oder als Bürger, egal mit welchem Hintergrund – sind eine Gesellschaft, und wir sind als Gesellschaft dafür verantwortlich wie eben diese Gesellschaft tickt…
Statt aufeinander einzuprügeln und den Nächsten zu fürchten nur weil die privaten Sender ein Bild der Angst schüren, sollten wir vielleicht lieber mal zusammenhalten und die Gründe für die derzeitige Situation gemeinsam verstehen und ändern. Das geht nur als Gesellschaft, als geschlossenes System, welches gemeinsam eine viel stärkere Stimme hat als ein Einzelner. Mit einer wirklich funktionierenden Gesellschaft, könnten wir auch den Typen in Toronto in Erinnerung rufen dass auch sie ein Teil – sogar ein wichtiger Teil – unserer Gesellschaft sind.
Wenn alle dass kapieren würden, dann würden auch bei Treffen alà G8 Änderungen erreicht werden die uns allen gut täten – nicht nur einigen wenigen Managern und Konzernen. Aber solange sich die Gesellschaft untereinander lieber in den Haaren liegt, werden wir wohl noch eine ganze Zeit in dieser Neu-modischen Barbarei verbringen und uns von den Medien gegenseitig aufstacheln lassen…
Aber was schreibe ich?
Am Ende wills doch keiner verstehen…